Der immer wieder aufflammende Terror liegt wie ein lähmender Schatten über Deutschland. Und immer wieder die Frage: „Wie konnte, wie kann das geschehen?“ In der Auflistung der einzelnen Geschehnisse: Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg sucht man nach Gemeinsam-keiten, um einer Erklärung näher zu kommen, um mögliche Ursachen gezielt angehen zu können. Es bedarf keiner aufwendigen Recherchen, um den immer wieder lästigen und quälenden Geist der Migration ins Spiel zu bringen. Wie viele Ansätze und Versuche gab es nicht schon – national und europäisch -, dieses Problem einer rechtmäßigen Ordnung zuzuführen und wie schwer lastet das ewige Scheitern auf der kollektiven Stimmungslage der Bürger?! Und dann wird der Terror wieder konkret, zeigt seine Fratze und reißt Menschen in den Tod, mitten heraus aus ihren liebgewonnenen Gewohnheiten. Man muss etwas tun, um diesen Geist in die Schranken zu verweisen. Aber was? Eine Therapie ist erst nach einer verlässlichen und tragfähigen Diagnose möglich; also beginnt man zu recherchieren und zu analysieren. Überraschend schnell stößt an auf Gemeinsamkeiten der oben angeführten Fälle: die Täter hätten schon längst des wegen wiederholter Straftaten Landes verwiesen werden müssen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass die Arbeit der Behörden nicht effektiv war. Der Grund: fehlende Absprachen, mangelnde Kommunikation, fehlende Koordination. In keinem Fall war es ein Versagen des Personals bzw. der Polizei an der Grenze. Folglich ist es ein Binnenproblem, kein Grenzproblem im Umgang mit den Migranten.

Es ist nicht zu erklären, warum sich Friedrich Merz unter Missachtung jedweder Logik auf die Grenze stürzt mit dem Ansinnen, diese besser zu kontrollieren und die Einwanderung zu reduzieren. Er tut dies ohne Not und unter Missachtung sowohl nationaler als auch europäischer Regeln. Sein Ad hoc Aktionismus lässt darüber hinaus parteipolitische Grundsätze außer Acht.; Grundsätze, die sich dem „C“ im Akronym der Partei verpflichtet wissen. Das Recht auf Asyl ist nicht nur eine Frage der Mitmenschlichkeit, sondern ist nicht zuletzt aus diesem Grund Teil des Grundgesetzes. Der Wahlkampf allein kann es nicht sein, der Herrn Merz zu einer derart denkvergessenen Übersprungshandlung veranlasst hat. Es ist nicht zu verstehen, dass man sich für ein solch unbedachtes Vorgehen entscheidet und damit das Risiko eines Vertrauensverlustes auf allen Ebenen eingeht. Wie leicht wäre es bei dem derzeitigen Stand der Umfrageergebnisse möglich gewesen, dem Wähler zu sagen, dass dieses wichtige Problem der Migration mit dem nächsten Koalitionspartner entschlossen angegangen wird.